Trixi im Morgenland Folge 04: Reisen

Ein Gastbeitrag von Philipp Wohlwill (www.wortwohl.de)

Trixi wachte auf, blieb reglos liegen und versuchte die Augen zu öffnen. Es gelang nur mit Anstrengung, ihre Augenlider fühlten sich an wie aneinander geklebt. Sie fühlte sich kaputt, vollkommen ausgelaugt, nicht funktionsfähig. Als sie sich mühsam im Bett aufgerichtet hatte, merkte sie, dass sie mit einem Stein im Bett geschlafen hatte. Sie reckte sich und ihre Muskeln durchfloss ein Zittern, wie wenn man mit Rollerblades über Kopfsteinpflaster rast. Der Passant musste die ganze Nacht unter ihr gelegen haben, ihre Rippen auf der rechten Seite taten jedenfalls ziemlich weh. Sie leckte sich die trockenen Lippen. Sie verspürte brennenden Durst.

Sie stand auf und latschte ohne sich etwas anzuziehen mit halb geschlossenen Augen los Richtung Küche. Ihre Eltern warteten bereits auf sie und konnten sich zwar das Lachen noch verkneifen, grinsten aber bis über beide Ohren als sie ihre Tochter gebückt wie eine Achtzigjährige in Schildkrötentempo den Flur entlang schlurfen sahen. Mit einem unterdrückten Kichern in der Stimme begrüßte Mama Trixi im neuen Tag: „Guten Tag meine jugendliche Tochter, wie geht es dir?“. Trixi schlich am reich gedeckten Tisch vorbei zum Schrank mit dem Morgenländer Geschirr. Dort angekommen nahm sie sich irgendeinen Becher und schüttete mit der Gier der Verdurstenden das Getränk, das der Becher für sie zauberte, in sich hinein.
Es war Wasser, einfach nur kühles, klares Wasser, das sich scheinbar aus dem Mund, ohne den Umweg über den Bauch, direkt im ganzen Körper verteilte. Trixi trank mit geschlossenen Augen und spürte wie das Wasser von ihren Zellen aufgesogen wurde. Vor ihrem inneren Auge sah sie das Bild einer Blume, die auf einer Wiese satten Grüns steht und mit jedem Schluck den Trixi trank, blühte diese Blume prächtiger. Als die Blume zur Gänze erblüht war, setzte Trixi den Becher ab und atmete einige Sekunden schwer.

Der Rückgang des Elementes Wasser wurde oft recht stark von den Jugendlichen empfunden und natürlich machte sich das auch körperlich bemerkbar. Dass Trixi immer weniger Angst in ihrem Leben verspürte und deshalb das Element, das die Angst mit sich brachte, immer stärker aus ihrem System verdrängt wurde, war einer der Hauptgründe, dass das Morgenland sich dafür entschieden hatte, Trixi so früh zur Gogyo-Ki zu rufen. Es gab noch andere Gründe, aber von denen ahnten weder Trixi noch ihre Eltern etwas.

Ihr Körper verarbeitete das Wasser so schnell, dass Trixi ein paar Tränen aus den Augen quollen, nicht weil sie traurig war, sondern nur weil auch dort Flüssigkeit gefehlt hatte. Wortlos aber sichtlich entspannt wandte sich Trixi ihrer Mutter zu und umarmte sie, schlurfte um den Tisch und umarmte auch ihren Vater, krabbelte dann mühsam auf ihren Stuhl, atmete tief ein und sagte beim Ausatmen: „Guten Morgen“. Sie setzte den Becher wieder an und trank langsam noch einige Schlucke. Diesmal war es erfrischend fruchtiger und angenehm süßer Apfelsaft.

Herr und Frau Lichtert lachten schallend ob des jugendlichen Häufchen Elends, das sich ihnen in einer geradezu prächtigen Übellaunigkeit präsentierte. Sie kannten das Gefühl aus der Zeit nach ihrer eigenen Gogyo-Ki. Der Rückgang des Elementes Wasser hatte sie beide allerdings nicht annähernd so hart getroffen wie es offensichtlich bei ihrer Tochter der Fall war. Aber sie waren auch nicht überrascht, weil sie ja um das Talent ihrer Tochter wussten, mit Mut ihre Angst zu bekämpfen, um sie dann mit einem Erfolg zu besiegen.

Nun saßen die stolzen Eltern ihrer Trixi gegenüber und schauten sie erwartungsvoll an. Trixi wusste ganz genau, was ihre Eltern sehen wollten und nach einer Nacht voll Schlaf hatte sie sich auch an den Gedanken gewöhnt, dass ihr Passant nicht auf den ersten Blick super cool war, so wie der von ihrer Cousine. Das Lachen ihrer Eltern rief zwar einen wutentbrannten Blick hervor, aber nun musste auch Trixi wieder ein bisschen lächeln. „Es war ja schließlich nur ein Tag und nur eine Sache und man konnte immer etwas verbessern oder verändern“, dachte Trixi.

Sie versuchte den Mut zusammen zu bekommen ihren Eltern den Passanten zu zeigen. Als sie darüber nachdachte, stieg allerdings alles andere als Mut in ihr auf. Sie wurde traurig und fühlte sich plötzlich wieder sehr kraftlos. Ihre Mama merkte, dass in Trixi ein Kampf tobte. Sie kannte aber ihre Tochter und zweifelte etwas daran, dass die Laune der Situation angemessen war. „Na, worüber bist du enttäuscht? Hast du deinen Passanten nicht am ersten Abend entschlüsselt?“ frozelte sie und strich Trixi lächelnd über den Kopf. An der Reaktion ihrer Tochter merkte sie, dass etwas ganz und gar nicht stimmte. Sie stand auf, ging um den Tisch und schloss Trixi in die Arme. Als Trixi die Wärme und Liebe ihrer Mutter spürte, da überwältigte sie das Gefühl der Geborgenheit und sie fing leise an zu schluchzen. Einfach aus Erleichterung und weil sie natürlich doch sehr enttäuscht war von dem Felsbrocken als Passant.

Trixis Eltern hatten am heutigen Morgen alles erwartet, nur nicht eine weinende, enttäuschte Trixi. Während sie ihrer Tochter eine Weile gaben, um etwas von ihrer Traurigkeit heraus zu weinen, schauten sie sich erstaunt und mit Sorgenfalten im Gesicht an. Zu ihrer Erleichterung dauerte es nicht lange und Trixi hatte sich wieder beruhigt. „Was ist denn bloß los?“ fragte nun Trixis Papa. „Ich zeigs euch, wartet“, muffelte Trixi und schleppte sich mit hängendem, Kopf und kraftlosen Schultern durch den Flur und die Treppe hinauf. Als sie wieder zurückkam, hielt sie einen Stein in der Hand.

Torben und Jule Lichtert erschraken etwas als sie ihn sahen, ließen sich aber nichts anmerken. Sie erkannten sofort, dass Trixis Passant ein Stück Morgenfelsen war und wussten um die unbändige Macht, die so ein Stein in sich trug.

Trixi schlurfte auf den Tisch zu, warf den Stein mit einer beiläufigen Geste darauf und setzte sich lustlos wieder an ihren Platz. Durch ihre zur Schau gestellte Enttäuschung hindurch moserte sie: „Darf ich vorstellen, mein ach so toller Passant.“ Obwohl sie wussten, dass Trixi mit diesem Passanten eine ganze Menge Arbeit vor sich hatte, mussten Torben und Jule sich das Lachen schon wieder verkneifen. So zutiefst in das eigene Leid vergraben, darin absolut eingerichtet und irgendwie nicht unglücklich damit, kannten Trixis Eltern sie nur aus ihrer frühen Kindheit.

Wie die meisten anderen Kinder auch, hatte sie im Alter zwischen vier und sechs sehr mit Enttäuschungen, Rückschlägen und Frustration zu kämpfen. Für Trixi war es in diesen Jahren eine ziemliche Katastrophe gewesen, wenn etwas nicht klappte. Das hatte sich geändert, als sie sich mit Aram angefreundet hatte. Wenn ihr damals etwas in die Hose gegangen war, hatte sich Trixi dann immer ganz genau so an den Tisch gesetzt, eingewickelt in die eigene Muffeligkeit wie in eine schützende Decke.

Torben Lichtert nahm den Stein und drehte ihn in der Hand. Als er die flachste Seite gefunden hatte, verweilte sein Blick dort einige Sekunden. Er drehte den Stein um hundertachtzig Grad und stellte ihn mit der flachen Seite auf den Tisch. Nun sah er fast aus wie ein kleiner Berg. Torben wusste, dass er jetzt nur an seine Tochter heran kam, indem er ihr Interesse weckte, alles andere würden an ihrem granitharten Dickschädel abprallen. Also schaute er seine Frau an und fragte sie „Hast du schon mal einen so großen Original gesehen?“. Mama Lichtert musste sich erst mal sammeln, denn das hatte sie nicht. Sie legte ihre Hand auf Trixis Schulter und sagte genau das „Nein, habe ich nicht“. „Was ist ein Original?“ fragte Trixi. „Das ist ein echtes Stück aus dem Felsen. Wenn der Felsen kalbt, schließt sich das entstehende Loch eigentlich wieder. Sonst wäre der Morgenfelsen ja schon lange weg. Das passiert bei einem Original aber nicht. Sie ändern auch ihre Form nicht. Originale können manchmal ganz schön viel“, antwortete Papa. Er holte gerade Luft um weiter zu sprechen, Jule kam ihm aber zuvor: „Genau dafür hast du Rosie“, sagte sie, „die kann dir das alles ganz genau erklären“. Papa Lichtert stimmte zu. Dann schaute er seine Tochter an und sagte: „Mach mal die Handfläche auf“. Trixi gab sich Mühe sich die Aufhellung ihrer Laune noch nicht so direkt anmerken zu lassen, streckte ihrem Vater also wortlos eine Hand hin. Der nahm den Passanten und stellte ihn mit der flachen Seite auf Trixis Handinnenfläche. Es begannen erst nur die weißen Adern im Stein zu leuchten, dann glomm auch der graue Stein und nach einigen Momenten strahlte der ganze Stein helles Licht aus.

Trixi betrachtete ihren Passanten und ohne ihre Eltern eines weiteren Blickes zu würdigen sagte sie: „Ich geh mich anziehen“, und entschwand, den Blick auf den leuchtenden Stein in ihrer Hand gerichtet. Jule und Torben blieben mit einem Riesen-Frühstück und einer Menge Zeit in der Küche zurück.

Trixi war in ihrem Zimmer angekommen und setzte sich an ihren Schreibtisch. Sie nahm den Stein von ihrer Handfläche, der sofort aufhörte zu leuchten. Sie stellte ihn vor sich auf den Tisch und betrachtete die Adern, die ihn durchliefen. Sie strich über jede einzelne mit dem Finger und verfolgte sie. Alle endeten in einem Kreis an der flachen Seite des Steins, die scheinbar die Unterseite war. Einige waren sehr rau und andere extrem glatt. Nach einiger Zeit merkte Trixi, dass die Adern alle sowohl glatt als auch rau waren. Strich man in die eine Richtung glitt der Finger über den Strich wie ein Pinguin über eine Eisfläche. In die andere Richtung zu streichen fühlte sich an wie den Finger über ein grobes Schmirgelpapier zu ziehen.

Trixi hob den Stein von der Tischplatte und begann ihn in den Händen zu drehen. Dabei schaute sie genau auf die Adern und strich immer wieder in die eine oder andere Richtung darüber. Sie war plötzlich Feuer und Flamme für ihren Passanten. Er zog sie mit jeder Drehung, die er in ihren Händen vollzog, mehr in seinen Bann. Trixi beobachtet ihre Hände dabei, wie sie den Stein betasteten und hatte fast das Gefühl der Stein würde sich automatisch in ihren Fingern bewegen. Fast wie eine Katze, die sich mit dem Kopf an eine Hand anschmiegt. Trixi ließ ihren Passanten auch immer mal wieder aufleuchten, indem sie ihn sich in die Handfläche legte. Sie glaubte nicht, dass ihr das bei der Entschlüsselung des Passanten helfen würde, es fühlte sich einfach toll an.

Trixi stand auf und vollführte mit dem Passanten in der Handfläche einen kleinen Hexentanz. Oder das, was sie glaubte, was eine Hexe tun würde, wenn sie einen Flammenstein beschwören wollte. Es machte ihr einen Riesenspaß. Sie drehte sich und sprach in Fantasiesprache und probierte dabei das eine oder andere aus. Zum Beispiel legte sie den Stein von der einen Hand in die andere, immer wenn der Stein in der linken Handfläche lag, erlosch das Licht. Trixi blieb in der Mitte ihres Zimmers stehen, streckte die rechte Hand aus und wartete bis der Passant hell leuchtete. Dann streckte sie die linke Hand aus, legte sie über den Stein und lies immer nur ein kleines Stück des Steines frei, so dass der Lichtstrahl wie eine Taschenlampe nur einen Teil ihres Zimmers ausleuchtete. Dabei fiel ihr etwas auf. Sie nahm die linke Hand wieder weg und sah, dass der Stein sein Leuchten angepasst hatte. Er war an den Stellen, an denen Trixis linke Hand gelegen hatte, dunkel geworden und leuchtete nun tatsächlich nur noch in eine Richtung. Trixi drehte den Passanten, um sich ihre neue Taschenlampe von vorne anzuschauen und leuchtete sich dabei in die Augen. Sie wurde aber nicht geblendet. Es war ihr nicht bewusst gewesen, aber während ihres Tanzes hatte sie die ganze Zeit in ein extrem helles Licht geschaut, war aber kein bisschen geblendet. Jetzt strich sie über die letzte leuchtende Stelle und es wurde dunkel. Der Stein begann erst wieder zu Schimmern nachdem Trixi ihn von der Handfläche genommen und erneut abgestellt hatte, dann wurde er wiederum langsam heller.

Trixi dauerte das zu lange, deshalb versuchte sie instinktiv das Licht mit der linken Hand aus dem Stein heraus zu ziehen. Sie konnte es selber nicht fassen, aber es funktionierte, das Licht folgte ihrer Hand. Sofort begann sie wieder ihren Hexentanz und spielte dabei diesmal nicht mit dem Passanten, sondern dem Licht, das er abgab. Sie konnte es sogar in eine Richtung werfen. Dann flog ein heller Punkt durch ihr Zimmer, wie ein kleines Glühwürmchen.

Trixi nahm den Passanten wieder in die linke Hand und versuchte mit der rechten Licht heraus zu ziehen. Auch das klappte und nun konnte Trixi den Passant in beiden Händen zum Leuchten bringen. In der rechten wurde er immer heller, hielt sie ihn in der linken veränderte er seine Lichtintensität nicht mehr.

Trixi war wie gebannt. „Die Flamme von Trixiness“, flüsterte sie und hob den Passanten wie zur Verehrung über ihren Kopf. Als sie den Passanten anhob und von unten betrachtete, sah sie, dass der Kreis unten auch leuchtete. Wiederum instinktiv setzte sie sich ihren Passanten wie einen Hut auf den Kopf und mit einem Schlag umgab sie eine bläuliche Flamme, die in ihrem Passanten auf ihrem Kopf gipfelte. Von ihrem Hals aufwärts war die Flamme rot. Das Rot begann langsam in Richtung ihrer Füße zu wandern. Trixi verspürte keinerlei Angst, nur große Faszination und eine unglaubliche Hitze in ihrem Inneren, die sie vom Scheitel bis zur Sohle durchfloss. Nicht unangenehm, aber sehr intensiv. Alles kribbelte und ihr Herz pochte wie verrückt. Sie begann sogar etwas zu schwitzen.

Der Passant begann an ihr zu ziehen, er wollte nach oben, er zog an Trixi, so stark, dass sie ihn kaum noch festhalten konnte und als sie merkte, dass ihre Hacken sich vom Boden lösten und sie nur noch mit den Fußspitzen auf den Boden kam, lies sie den Passanten los. Er schwebte langsam durch ihr Zimmer. An jedem Regal, jedem Pokal, jedem Buch und jedem Kuscheltier vorbei. Kurz verweilte er in jeder der acht Ecken des Zimmers und Trixi konnte nur staunend und voller Spannung zuschauen. Kein einziger Gedanke regte sich in ihrem Gehirn. Es sog nur auf, was es präsentiert bekam. Nach einigen Momenten merkte Trixi, dass sie inzwischen schwitzte wie nach einem Langstreckenrennen. Sie schaute auf ihre Hände und sah, dass sie immer noch umgeben war von dem Licht das inzwischen fast vollständig eine rötliche Färbung angenommen hatte. Nur ihre Füße wurden noch von der bläulichen Flamme umspielt.

Sie wendete ihren Blick wieder ihrem Passanten zu. Der hatte anscheinend seine Runde durch das Kinderzimmer beendet und fand nun eine Position über dem Türrahmen. Von dort aus breitete sich das blaue Licht in Trixis ganzem Zimmer aus. Es floß wie eine Schutzschicht über alle Gegenstände und alle Wände, bis Trixis Zimmer vollständig in einem leichten Blau leuchtete. Als letztes war die Zimmertür dran, der Rahmen und die Klinke begannen rot zu glühen, nachdem die blaue Schutzschicht die Tür ummantelt hatte.

Trixi stand als rote Flamme in einem blau leuchtenden Zimmer und schaute auf ihre glühende Zimmertür, ohne ein bisschen zu denken. Als der gesamte Türrahmen rot leuchtete, ging von dem Passanten eine Art Druckwelle aus, die Trixi an die aus der Morgenhöhle errinerte, nur viel schwächer. Das Zimmer vibrierte kurz. Dann gab es einen lauten Schlag. Für eine Sekunde war statt der Tür in Trixis Türrahmen nur ein tiefes schwarzes Loch zu sehen. Als die Tür wieder auftauchte, zog sich der blaue Schleier von Trixis Zimmer zurück. Die Flamme, die Trixi umgeben hatte, zog sich in Trixis Körper zurück und verband sich mit der Wärme in ihrem Inneren. Dann senkte sich der Stein langsam und schwebte zurück auf Trixis Kopf.

Sobald sie wieder etwas denken konnte, begriff sie, dass sie soeben ihren Passanten entschlüsselt hatte, dadurch dass sie ihn auf den Kopf gesetzt hatte. Sie besaß nun ein Reisezimmer, war gerade Zeuge davon geworden, wie ihr Passant die Reisefunktion ihres Zimmers aktiviert hatte.

Trixi fühlte sich so fit und energiegeladen, dass sie nichts mehr aufhalten konnte. Sie wusste, dass sie nicht reisen durfte. Nicht bevor sie morgen ihre ersten Sicherheitsinstruktionen von Rosie erhalten hatte, aber sie musste unbedingt ausprobieren, was passierte, wenn sie ihr Passwort sagte. Sie konnte die Tür ja auch geschlossen lassen. Also flüsterte sie ein langgezogenes Maaaamaaa und imitierte dabei den Angstschrei, der ihr während ihrer Gogyo-Ki entfahren war und den das Morgenland zu ihrem Codewort gemacht hatte.

Erst passierte kurz nichts, dann begann das Zimmer leicht zu wackeln und Geräusche zu machen. Erst war es ein tiefes Ploppen, das immer schneller wurde. Das Zimmer ruckelte im Takt des Ploppen, wie eine Eisenbahn. Das Ploppen wurde höher und immer schneller. Es verwandelte sich in eine langsame Vibration, die allmählich beschleunigte. Wie bei einem Motor, der nach langer Zeit zum ersten Mal anläuft. Die Vibration wurde immer schneller und deshalb immer seichter, bis sie nicht mehr zu spüren war.
Trixi stand in ihrem Zimmer, in der am weitesten von der Tür entfernten Ecke. Es fühlte sich an, als ob sich ihr Zimmer drehen würde, nicht um sie herum, sondern mit ihr darin. Und so war es auch. Das Zimmer drehte sich um die eigene Achse und nahm immer mehr an Fahrt auf. Trixi konnte nicht mehr stehen bleiben. Sie wurde von den Kräften, die durch die Drehung entstanden, an die Zimmerwand gedrückt. Aber nicht nur sie, auch ihre Möbel. Ihr Korbsessel fiel um und kam auf sie zugerast. Trixi hob die Hände schützend vor ihr Gesicht, aber eines der Stuhlbeine bohrte sich in ihren Magen. Das tat weh. Es blieb ihr aber nicht mal Zeit um „Aua“ zu sagen. Schon kamen Schulhefte, Spielzeuge und Kuscheltiere geflogen. Das Zimmer drehte sich immer schneller, sodass auch Trixis Bett hoch flog und mit einem lauten Knallen gegen die Wand geschleudert wurde.

Dann flog nichts mehr. Alles klebte an den Wänden des Zimmers. Trixi kreischte aus Leibeskräften, sie wollte nur, dass das Zimmer endlich anhielt. Sie schrie nach Mama und nach Papa, war sich dabei aber sicher, dass sie sie nicht hören konnten.
Da hatte sie allerdings sehr unrecht. Schon nachdem der Korbstuhl gegen die Wand geknallt war, waren die beiden die Treppe hoch gestürzt und nun standen sie hilflos vor Trixis Zimmer. Die Tür war verschlossen und der Türknauf glühte rot. Selbst wenn sie die Tür hätten öffnen können, wussten sie, dass sie ihre Tochter damit wohl in noch größere Gefahr gebracht hätten. Sie mussten warten bis das Zimmer sich komplett initialisiert hatte. Dann konnten sie es mit Hilfe einer Notvorrichtung aus dem Strom zurück holen. Aber eben nur das Zimmer, Trixi musste dafür unbedingt darin bleiben, durfte es nicht verlassen.
Während Jule Lichtert verzweifelt vor der Zimmertür ihrer Tochter wartete, war Torben Lichtert die Treppe wieder herunter gerannt, hatte Rosie angerufen und sie darüber informiert, dass Trixi gerade ihr Zimmer aktiviert hatte. Dann war er ins Auto gesprungen und momentan raste er über die Hauptstraße Richtung Rosie, um sie zu Hilfe zu holen. Das Morgenland machte alle Ampeln grün und sorgte dafür, dass Torben ungestört und unfallfrei sein Ziel erreichte. Rosie stand vor ihrem Haus und sprang sofort ins Auto, nachdem Torben mit quietschenden Reifen vor ihr gestoppt hatte. Unmittelbar begann sie Torben mit Fragen zu bombardieren, von denen er fast keine beantworten konnte.

Währenddessen wurde Trixis Wunsch, das Zimmer möge aufhören sich zu drehen, Wahrheit. Das Zimmer stoppte seine Rotation und alles fiel auf den Boden. Trixi fiel unsanft auf den Hintern und bekam einen ihrer Pokale auf den Kopf, der über ihr an der Wand geklebt hatte.

Das Zimmer taumelte nun wie eine Nussschale auf einer Riesenwelle, Trixi wurde seekrank und hatte das Gefühl sich übergeben zu müssen. Da rutschte das Zimmer plötzlich ab. Erst fühlte es sich an wie eine Fahrstuhlfahrt, dann wie Fallen. Trixi und alle ihre Dinge schwebten kurz im Raum, nur einige Zentimeter hoch. Als es etwas langsamer ging, fielen sie wieder auf den Boden. Immer noch wild ging es tief hinab, wie eine Achterbahn aus dem Universum. Das Zimmer bremste, wieder fühlte es sich an wie in einem Fahrstuhl. Dann zitterte es kurz und heftig und schaukelte schließlich ganz leicht und angenehm wie bei einer Tretbootfahrt auf dem See.

Im Haus der Lichterts stürmte Rosie gefolgt von Torben die Treppe hinauf. „Ich höre sie nicht mehr.“, sagte Jule zu Rosie und hatte Tränen in den Augen. „Dann ist sie angekommen“, sagte Rosie knapp. „Schnell, eure Passanten“, befahl sie, denn sie hatte gesehen, dass das Glühen des Türgriffs nachließ. Torben und Jule nahmen ihre Eheringe ab, sie hatten zu ihrer Hochzeit ihre Passanten so transformiert. Sie hielten Ihre Ringe an die oberen Ecken des Türrahmens. Der bekam Holzfinger und sie steckten die Passanten darauf. Das blaue glühen umgab den Türrahmen und stoppte das rote glühen des Türknaufs.

Trixi hatte sich gerade an das Schaukeln gewöhnt, da gab es einen ohrenbetäubenden Knall. Trixi begann zu weinen, weil sie einfach nicht mehr wusste, was passierte. Die Tür flog auf und Rosie kam gefolgt von Trixis Eltern ins Zimmer gestürzt.
Rosie blieb stehen als sie die weinende, aber offensichtlich nicht schwer verletzte Trixi sah. Jule und Torben rannten an ihr vorbei und schlossen weinend und erleichtert ihre Tochter in den Arm. Rosie schaute sich im Zimmer um, entdeckte den Passanten in einer Ecke und kassierte ihn sofort ein. „Alle man raus!“, befahl sie und alle Mann hielten das für eine gute Idee.

Auf dem Flur stoppte Rosie die drei. „Trixi kommt gleich nach“, sagte sie und die Eltern ließen ihre Tochter los und machten sich auf den Weg in die Küche, um Tee und Kakao zu kochen, sie wussten, dass ihrer Tochter eine lange Nacht bevor stand.

Trixi stand vor ihrer Mentorin und schaute verschämt auf den Boden. „Schau mich bitte an“, forderte Rosie, „Ich muss jetzt wissen, ob du die Wahrheit sagst.“ Trixi nahm all ihren Mut zusammen und schaute der Frau, die ihr seltsam nahe stand, obwohl sie sie erst so kurz kannte, in die Augen. „War die Tür offen?“ begann Rosie ihre Befragung. Während Trixi „Nein“ sagte so deutlich sie konnte, merkte sie, dass im Gesicht der hoch angesehenen Morgenländlerin ein Anflug von einem Lächeln lag, ein Wohlwollen in ihrer Stimme zu hören war. „Warst du drin während der Türrahmen rot wurde?“. „Ja“, antwortete Trixi wieder wahrheitsgemäß, obwohl sie ahnte, dass das nicht gut war. Rosie schüttelte schweigend den Kopf. Dann sah sie Trixi tief in die Augen. „Man ist eigentlich draußen bei der ersten Aktivierung“. Trixi sah die Sorge in Rosies Augen als die fragte: „Hast du auch geglüht?“. Wieder zwang sich Trixi die Wahrheit zu sagen, weil sie merkte, dass es hier um mehr ging als nur darum, ihr einen Denkzettel zu verpassen. „Ja“, sagte sie also kleinlaut.

„Das ist normal, soll man aber eigentlich nicht sehen“ sagte Rosie. Trixi blickte auf und fragte: „Warum?“. „Weil es dir Angst machen kann, vor etwas, dass dir hilft, dass dich verändert, und das du aber nicht aufhalten kannst, mit dem du mitgehen musst, an das du dich gewöhnen musst, das dir aber auch viel gibt“. „Verstehe ich nicht.“ sagte Trixi. „Das hast du auch gerade eindrucksvoll bewiesen.“ gab Rosie zurück. „Ich werde dir jetzt noch einiges zu erklären haben, damit du zumindest eine kleine Vorstellung davon bekommst, womit du es zu tun hast, wenn du dein Reisezimmer benutzt oder wen du deinen Passanten benutzt.“ Die Befragung ging weiter. „Warst du alleine als du deinen Passanten aktiviert hast?“. „Ja“, kam Trixis Antwort wieder ungewöhnlich einsilbig. „Den Rest machen wir gleich. Geh dich erst mal von deinen Eltern verarzten lassen.“ riet Rosie ihrem Schützling und beendete damit das Gespräch vorerst.

Als Trixi weg war, betrat Rosie das Zimmer noch einmal. Nicht weil sie noch etwas darin zu tun hatte, sondern nur um kurz für sich selbst zu sein. Vor 20 Minuten hatte sie schließlich noch gemütlich in ihrem Bett gelegen und ein Buch gelesen. Nun musste sie die Ereignisse selbst rekapitulieren und sich einen roten Faden für das Gespräch mit Trixi zurecht legen. Rosie log zwar nie, wenn sie mit ihren Schülerinnen sprach, aber je nach Begabung und Charakter erzählte sie unterschiedliche Dinge und und betonte den einen Umstand vielleicht etwas mehr als den anderen. Es war auf jeden Fall wichtig Trixi zu erklären, dass ihre Eltern ihr vielleicht nicht ganz so viel über die Zimmer erzählt hatten wie andere Eltern es taten, dachte Rosie. Sie brauchte noch eine Minute um wieder Abstand zu den Ereignissen zu bekommen. Sie sah sehr viel von sich selbst in Trixi und das machte es viel schwerer zu beurteilen, welcher der richtige Weg für das Mädchen war. Rosie atmete einige Male tief durch und spürte der Ruhe im Mittelpunkt ihrer Seele nach. Dann machte sie sich selbst noch einmal klar, dass das Leben ein Kreislauf und jeder Einzelne nur ein kleiner Teil darin war, und ging die Treppe runter. Sie setzte sich zu Familie Lichtert an den Tisch und schenkte sich wortlos einen Tee ein.

Torben und Jule Lichtert hatten unterdessen mehr oder minder schweigend die Wunden ihrer Tochter versorgt. Sie hatte von dem Pokal eine ziemlich heftige Schürfwunde am Kopf davongetragen und ihre Rippen schmerzten an der Stelle ein wenig, an der sie der Stuhl getroffen hatte. Abgesehen von einigen blauen Flecken hatte Trixi keine weiteren Schäden erlitten. Am meisten schmerzte sie es, ihre Eltern enttäuscht zu haben und es war tatsächlich doppelt schlimm, dass auch Rosie hier war. Das Urteil der erfahrenen Reisenden war Trixi wichtiger als sie zugeben wollte. Das Schweigen ihrer Eltern deutete sie als strafend, obwohl die anwesenden Erwachsenen in Wirklichkeit aus Überforderung schwiegen. Jule und Torben Lichtert schwiegen auch aus Scham, sie fühlten sich schuldig, denn sie wussten so gut wie Rosie, dass sie ihre Tochter eher von reisenden Jugendlichen fern gehalten hatten, versucht hatten, die Faszination des Mädchens für das Reisen nicht auch noch anzuheizen. Nun befürchteten sie, dass sie auf ihre alte Freundin, Rosie, hätten hören sollen, als die ihnen vor Jahren geraten hatte, Trixi in ihrer Reiselust unterstützend zu begleiten, solange dies möglich war. Das Gleiche ging auch in Rosies Kopf vor und sie brauchte einige Sekunden, um sich von dem Gedanken frei zu machen, dass sie es doch die ganze Zeit gesagt hatte. Sie befreite sich von der Frage, warum die Lichterts nicht einfach auf sie gehört hatten, indem sie sich klar machte, was sie jetzt auch Trixi im Begriff war zu erklären: Die Verbundenheit aller Seelen miteinander ist so vollständig, dass sich das Gesamte im kleinsten Teil jedes Einzelnen wiederfinden lässt.

Rosie war erfahren genug, um zu wissen, dass es lange Zeit brauchte, um eine so schlecht fassbare Wahrheit zu vermitteln. Sie wusste außerdem, dass sie den Weg zu dieser Erkenntnis nur mit Trixi beginnen konnte, und die junge Frau selbst entscheiden musste, wie viel Wahrheit sich darin für sie verbirgt.

Rosie schaute, nachdem sie in aller Seelenruhe einen Schluck Tee geschlürft hatte, jedem Mitglied der Familie Lichtert kurz in die Augen. „Ihr seit Erwachsen, ihr könnt machen was ihr wollt.“ entließ sie Trixis Eltern mit ihrer unwiderstehlichen Autorität. Torben und Jule Lichtert wussten, dass der Zeitpunkt gekommen war, an dem es besser für ihre Tochter war, wenn Rosie sich um sie kümmerte. Sie standen auf und umarmten ihre Tochter und küssten sie auf die Stirn, dann umarmten beide Rosie liebevoll und dankbar. Trixi spürte die Verbundenheit zwischen den dreien und ihr Vertrauen in Rosie wuchs erneut.
„Wir beide gehen dein Zimmer aufräumen“, wandte Rosie sich an Trixi, als wäre es ein stinknormaler Montagnachmittag und sie wäre die strenge Tante.

Beherzt stapfte Rosie voran die Treppe hinauf und Trixi folgte fast wie ferngesteuert. An der Tür stoppte Rosie „Es ist und bleibt dein Zimmer.“ und sie machte eine einladende Geste. Trixi ging an ihr vorbei, öffnete die Tür und wurde von dem größten Chaos empfangen, das sie je gesehen hatte. Es war nicht viel heil geblieben. Mit einem Lächeln auf den Lippen, das Trixi aber nicht sehen konnte, fuhr Rosie fort: „Es ist jetzt aber auch deine Verantwortung.“ Dann ging sie an Trixi vorbei ins Zimmer, schnappte sich den Korbstuhl, stellte ihn auf einen Fleck der relativ frei geblieben war und machte es sich darauf gemütlich.

Trixi betrat das Zimmer und wollte sich auf ihr Bett setzen, das stand aber immer noch senkrecht an der Wand, weil es sich mit der Gardinenstange verkeilt hatte. Trixi ging zu ihrem Nachttisch, der aus einer dicken Scheibe Baumstamm bestand, hob ihn auf, stellte ihn hin und setzte sich darauf. Dann sah sie erwartungsvoll Rosie an. Die war sich nicht ganz sicher, ob sie lachen oder weinen sollte, weil Trixi natürlich recht hatte, wenn sie dachte, dass es hier nicht vornehmlich um das Aufräumen gehen sollte, aber sie hatte auch klar gesagt, dass jetzt das Zimmer aufgeräumt werden soll und Trixi scherte sich darum nicht einen Deut.
„Du, Trixi, ich bin 76 Jahre alt, es ist inzwischen halb ein Uhr in der Nacht. Das hier ist nicht mein Zimmer, ich werde jetzt bestimmt nicht für dich aufräumen. Ehrlich gesagt, werde ich dir nicht mal helfen.“ erinnerte Rosie an die eigentliche Aufgabe. Trixi stand auf, schaute sich um und dann hilflos Rosie an. „Du hast gerade eine interdimensionale Reise gemacht. Erzählst du mir jetzt, dass du dein Zimmer nicht aufräumen kannst?“ Trixi lächelte und begann mit den kleineren Sachen.

Rosie fuhr zufrieden fort. „Nur weil man ein Gaspedal treten kann, kann man noch nicht Autofahren. Wenn du weißt, wie man Zementmörtel mischt, macht dich das noch nicht zum Maurer und deine Spaghetti schmecken bestimmt toll, dadurch bist du aber noch kein Gastronom. Dieses Zimmer ist jetzt deine Verantwortung und Verantwortung bedeutet, dass du mit den Folgen deiner Handlungen umgehen musst. Dazu gehört es, über die Folgen deines Handelns nachzudenken, bevor du eine Entscheidung triffst. Dazu ist es unerlässlich, das große Ganze zu kennen. Dein Mörtel kann noch so gut sein, wenn es unter null Grad ist, kannst du nicht mauern. Du musst ein Gefühl für das große Ganze entwickeln, Trixi. Wie glaubst du funktioniert das Reisen?“

Trixi hatte gerade entschieden, dass sie ihre Sachen erst mal nach heil und kaputt sortieren würde und war mit einem Rollerblade, dem zwei Rollen fehlten, auf dem Weg zum Kaputt-Haufen. „Naja die Zimmer bringen mich in den Strom,“ begann sie zu antworten „ und darin herrscht dann eine Art von Chaos. So wie wenn man alles das existiert oder existiert hat in eine Schachtel wirft und die ganze Zeit schüttelt. Alles ist durcheinander und in Bewegung“ fuhr sie fort. Dann sah sie unter ihrem Regal einen alten Teddy liegen und ging darauf zu. Sie kippte das Regal nach hinten und kramte mit dem Fuß den Teddy hervor. Rosie wartete. Tatsächlich sprach Trixi auf dem Weg zum Reparieren-Haufen weiter. „Und mit dem Zimmer kann man an einem Stück im Chaos teilnehmen. Oder so.“ Sie schaute kurz Rosie an und begann dann das umgekippte Regal auszuräumen um es wieder aufzustellen.

„Das war schon erstaunlich gut erklärt, Trixi.“ lobte Rosie. „Vor allem in Bezug auf das große Ganze, aber ich möchte, dass du noch einen Schritt weiter gehst und nicht nur die Frage nach dem Was, sondern auch nach dem Wie und vielleicht sogar dem Warum beantwortest.“ Mit einem einsilbigen „Okay“ forderte Trixi ihre Lehrerin zum weiter sprechen auf.
Das ließ Rosie nicht zu: „Wie glaubst du fährt, fliegt oder schwimmt dein Zimmer im Strom?“ Trixi blieb stehen und überlegte. „Keine Ahnung“, gab sie zu. „Was glaubst du, ist mit dir heute passiert?“ fragte Rosie weiter. „Keine Ahnung“, wiederholte Trixi. „Hinter all dem steht ein großes Ganzes und du bist ein Teil davon. Nicht dein Zimmer fliegt, sondern du bist es. Deine Seele fliegt, Trixi. Der Strom ist wie ein Spiegel des inneren Zusammenhaltes des Universums. Der Strom beweist, dass alles miteinander verbunden ist auch ohne, dass es dafür rationale oder physikalische, psychische oder soziale Gründe gibt. Alles besteht aus einem.

Es gibt einen Menschen aus der Normwelt, der das für alle Seelen ziemlich zutreffend beschrieben hat, egal wo und wie sie sind. Er hieß Ralph Waldo Emmerson und ich bin sicher, man könnte ihn im Strom treffen. Ich hatte leider noch nicht das Glück. Er hat das große Ganze beschrieben, das unser Reisen ermöglicht, und das unser Leben ermöglicht, das die Natur und alles andere in sich zusammenhält. Er hat so was gesagt wie, dass es eine Einheit sei, in der das Einzeldasein jedes Menschen bereits enthalten ist und eins mit dem aller anderen wird. Ein gemeinsames Herz, das aus jedem wahrhaftigen Gespräch eine Feier macht, dem wir uns in jeder mutigen Tat widmen; eine überwältigende Realität, die all unsere Kniffe und Talente zu nichte macht und jeden zwingt, als das zu erscheinen, was er ist, und nach seinem Charakter zu sprechen und nicht nach seinen Ängsten. Eine Einheit, die uns unaufhörlich bestrebt macht, mit unseren Gedanken und Händen Weißheit und Rücksicht und Ruhe und Schönheit zu schaffen.“

Creative Commons Lizenzvertrag
Trixi im Morgenland von Integralis e.V. ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International Lizenz

Date Title Duration
21. Mai 2019 10:51 Alte und neue Wunden
0:37:44
6. März 2019 11:06 Verlockungen der Normwelt
0:55:41
28. Januar 2019 12:17 Das Turiseder Artefakt
0:42:47
19. Januar 2019 17:40 Reisen
0:36:58
29. November 2018 17:21 Trixis Gogyo-Ki (Teil 2)
0:35:13
1. November 2018 17:16 Trixis Gogyo-Ki (Teil 1)
0:33:43
31. August 2018 16:54 Trixi findet ihr Seelentier
0:20:58
1. August 2018 10:57 Kurzgeschichte: "Trixi sucht die Freiheit"
0:35:54

Schreibe einen Kommentar

9 + zwei =

EnglishGerman